Das Nederlandse Kooikerhondje  

Habt ihr schon einmal von dem charmanten Kooikerhondje gehört?

Das Nederlandse Kooikerhondje ist eine faszinierende Hunderasse mit einer langen und interessanten Geschichte sowie einem einzigartigen Charakter. Wenn man einem Kooikerhondje begegnet, ist man oft der Meinung, diese Hunderasse mit ihrem prächtigen Fellfarben und ihrem kleinen kompakten Körper schon einmal gesehen zu haben.

Denn die relativ unbekannte Rasse wird gern mit den südländischen Mischlingen, die dem Typ sehr nahe kommen, verwechselt.

Ursprünglich als Entenlockhund in den Niederlanden gezüchtet, hat er sich heute zu einem vielseitigen, intelligenten und treuen Begleiter entwickelt, der sowohl als Familienhund als auch im Hundesport überzeugt.

Doch was macht diese besondere Rasse aus?

  • Aussehen: Eleganz trifft Sportlichkeit
  • Charakter: Ein vernünftiger, aber treuer Freund
  • Temperament: Aktiv, verspielt und arbeitsfreudig
  • Integration: Familienhund mit Feingefühl
  • Fazit: Ein besonderer Hund für besondere Menschen

Wahrscheinlich waren es die Spanier, die die bunten Vogelhunde während der spanischen Herrschaft im 15. Jahrhundert in die Niederlande mitgebracht haben.

In großen Museen stößt man immer wieder auf Gemälde, auf denen kleine bunte, spanielähnliche Hunde abgebildet sind.

Die Geschichte des Kooikerhondjes

Das Kooikerhondje ist eines der ältesten niederländischen Hunderassen. Auf Gemälden von von Rembrandt und Jan van Steen aus dem 17. und 18. Jahrhundert findet man oft kleine Hunde, die dem heutigen Kooikerhondje ziemlich ähnlich sind.

Vorfahren des Kooikerhondje findet man aber nicht nur auf Gemälden, sondern auch in Schriften. Der Historiker Pieter Hooft erzählte bereits in seinem Buch „Dutch Histories“ von einem kleinen Hund, der dem Prinz Wilhelm van Oranien 1572 das Leben rettete, indem er den schlafenden Prinzen über das Gesicht leckte und dem Prinzen so die Flucht vor dem nächtlichen Mordanschlag der Spanier gelang. Daher bekam das Kooikerhondje anfangs den Namen „Prinzenhondje“.

Die Geschichte des Kooikerhondje als Arbeitshund im sogenannten Eendenkooi reicht bis ins Mittelalter zurück. Wildentenfänger setzten die Hunde bei dem Fangen von Wildentenjagd in speziellen Fanganlagen ein, den sogenannten „Entenkooien“. Dieser brachten dem Kooikerhondje seinen Namen. Sie bestehen aus einem Kooitümpel mit einem Kooigebüsch, in dem sich die Wasservögel verstecken. Die Entenjagd fand mithilfe von Käfigen und Fangröhren statt, wobei der Hund die Hausenten als „Lockvogel“ führte.

Seine Aufgabe bestand darin, spielerisch in die Richtung der Fangröhre zu laufen, sodass vom Wasser aus nur noch die weiße Schwanzspitze zu sehen war. Die neugierigen Hausenten folgten der wedelnden Schwanzspitze. Und die Wildenten folgten aus Neugier den Hausenten in die Falle, wo der Jäger sie problemlos herausnehmen konnte. Ausserhalb der Fangsaison dienten die flinken Kooikerhondjes der Ungezieferabwehr und bewachten das Grundstück ihrer Familie.

Im 20. Jahrhundert, während des 2. Weltkrieges, verschwand das Hondje jedoch fast. Es gab es nur noch 3 dieser Hunde, die die Vorfahren aller heute lebenden Kooikerhondjes sind.

Die Baronin van Hardenbroek aus Ammerstol, sorgte dafür, dass das Kooikerhondje nicht ausstarb und sich entwickelte. Sie gab einer Hausiererin eine Haarsträhne und ein Bild von einem Kooikerhondje mit. Sie sollte es schaffte, ein paar nützliche Kooikerhondjes in den Niederlanden aufzuspüren.

So bekam die Baronin die Hündin „Tommie“ aus Friesland, die allgemein als die Vorfahrin des heutigen Kooikerhondje gilt. Der erste Wurf wurde 1942 gezüchtet und heißt „van Walhalla“. Nico, ein Enkel von Tommies Enkelin Carlienke van Walhalla, war das erste Kooikerhondje, das in das vorläufige Register aufgenommen wurde.

Die vorläufige Anerkennung erfolgte vom Raad van Beheer am 18. Juni 1966, und kurz darauf war es Hundebesitzern möglich, ihre Kooikerhondje in das vorläufige Register aufzunehmen zu lassen. Die offizielle Anerkennung erfolgte durch den niederländischen Kennelclub am 20. Dezember 1971 in den Niederlanden. Zu diesem Zeitpunkt trat der derzeitige Rassestandard in Kraft

Es folgte die internationale Anerkennung durch die  Fédération Cynologique Internationale (FCI) im Jahr 1990. 

Heute wird das Kooikerhondje nicht nur als Lockhund, sondern auch als beliebter Begleithund 

geschätzt, bekannt für seine Intelligenz und sein besonders freundliches Wesen. 

Dank dieser Bemühungen konnte das Kooikerhondje erhalten bleiben und entwickelte sich von einem Arbeitshund zu einem beliebten Familienhund.

Wichtige Ereignisse in der jüngeren Geschichte des Kooikerhondjes

  • Zweiter Weltkrieg: Während dieser Zeit stand die Rasse kurz vor dem Aussterben. Nur etwa 25 Exemplare waren noch vorhanden.
  • Rettung der Rasse: 1939 begann die Baronin van Hardenbroek van Ammerstol mit der gezielten Rettung des Kooikerhondje.
  • Stammmutter „Tommie“: Diese Hündin gilt als Ursprung aller heute lebenden Kooikerhondjes. Der erste Wurf fand 1942 statt.
  • Offizielle Anerkennung: 1971 wurde der Kooikerhondje vom niederländischen Raad van Beheer anerkannt. Die internationale Anerkennung durch die FCI folgte 1990.

Zuchtzweck

  • Entenlockhund: das Kooikerhondje ist ein sogenannter Stöberhund, der in Interaktion mit den Hausenten Wildenten  und andere Wasservögel in Fallen zu locken soll
  • Ursprungsjahr: das Kooikerhondje wurde im 15. Jahrhundert von den spanischen Besatzungsmächten von der iberischen Halbinsel mitgebracht und in den Niederlanden angesiedelt
  • Abstammung: das Kooikerhondje ist ein Spaniel-Typ (z.B. Cavalier King Charles Spaniel, English Springer Spaniel) und wird ursprünglich aus diesen Rassen gezüchtet worden sein

Rasseentwicklung und -standardisierung

Die Entwicklung des Kooikerhondje war stark von seinen ursprünglichen Aufgaben als Entenlockhunde geprägt. Die Zucht konzentriert sich darauf, einen intelligenten, vielseitigen und leicht trainierbaren Hund zu schaffen, der wesensfest, gesund und gut sozialisiert ist und heute eher nicht mehr als Arbeitshund, sondern hauptsächlich als Familienhund mit all seinen Facetten überzeugt.

Die geringe Zuchtbasis mit nur etwa 250 bis 300 registrierten Welpen pro Jahr stellt besondere Anforderungen an die Zucht. Seriöse Züchter achten darauf, sowohl die Gesundheit als auch die charakteristischen Eigenschaften der Rasse zu bewahren. Heute ist das Kooikerhondje ein treuer Begleiter, der sowohl bei Jägern in den Niederlanden, als auch bei Familien, die sich einen besonderen Familienhund gönnen möchten, in ganz Europa beliebt ist.

Fazit

Das Kooikerhondje hat eine reiche Geschichte, die von seiner ursprünglichen Rolle als 

Arbeits- und Stöberhund bis hin zu seiner heutigen Popularität als Familienhund reicht. 

Das Kooikerhondje wurde und wird z.T. noch immer beim Wildentenlocken eingesetzt. Seine Aufgabe ist es nach wie vor die Wildenten mit seiner fröhlich wedelnden Rute unter der Interaktion mit den Hausenten in den Fang  zu locken.

Das Kooikerhondje  jagd die Enten nicht. Es lockt sie vom Ufer aus spielerisch auf dem Wasser in Richtung der Fanganlage.

Das Kooikerhondje bewegt sich ruhig zwischen den Trennwänden um die Enten neugierig zu machen und sie dann mehr in den Reusentunnel hinein zu locken, wo die Enten dann in einer Falle gefangen werden. Sie werden heute kaum noch für den Verzehr getötet, sondern vorwiegend für ornitologische Forschung beringt.

Die Bemühungen um den Erhalt dieser Rasse ist ein bemerkenswertes Beispiel für den Einfluss engagierter Züchter und Liebhaber für die Rettung einer fast verloren gegangenen Hunderasse.

Aussehen des Kooikerhondje

Das Kooikerhondje ist ein mittelgroßer, eleganter Hund mit einem harmonischen, fast quadratischen Körperbau. Er strahlt Beweglichkeit, Ausdauer und Sympathie aus. Sein seidiges, mittellanges Fell in leuchtendem Orange und weiß verleiht ihm ein markantes Erscheinungsbild. Besonders auffällig sind die charakteristischen schwarzen Ohrspitzen, die als Ohrbellen bezeichnet werden und dem Kooikerhondje seinen besonders charmanten Ausdruck verleiht.

Seine freundlichen dunklen Augen ...