Name:
Hjalte B. Flávus vom Hainesch Iland
Rufname:
Flávus
Rasse:
Nederlandse Kooikerhondje
Geburtstag:
04. Dezember
2020
Zuchtbuchnummer:
VDH/DCK 20/162 2770
Vater:
Arno Bina von der Rohlmanns Weide
Mutter:
Elyssa Lillith Maja vom Hainesch Iland
Größe:
41,5 cm
Farbe:
weiß mit roten Platten
Zuhause:
bei Uwe Dahlweg in Achim
Besondere Rolle:
der Kuschelrocker im Rudel
Zuchtzulassung:
uneingeschränkt seit dem 19. Juli 2022
Gesundheitliche Angaben: HD A, Augen in Ordnung,
Zähne komplett, VWD frei, ENM frei,
Polymyositis frei, Patellaluxation frei
Nachkommen:
noch keine Welpen, Stand: August 2023
Flávus kam Ende Januar 2023 zu mir nach Achim. Sein Name ist lateinischer Familienname und bedeutet so viel wie „der Hellhäutige“ und „der Blonde“.
Schon seine früheste Welpenzeit war von besonderen Rahmenbedingungen geprägt. Er wurde am 04. Dezember 2022 gemeinsam mit seiner Schwester in einen reinen „Frauenhaushalt“ geboren. Neben seiner Mutter hatte auch seine Großmutter immer ein wachsames Auge auf den kleinen Flávus. Da Mutter Lillith auch in ihren früheren Würfen immer ein recht rustikales Verhältnis zu ihren Rüdenwelpen hatte und sich nicht nur seine Oma Linn, sondern alsbald auch seine Schwester Linnje dieser Verhaltensweise anschlossen, war seine frühe Welpenzeit nicht immer von Zuckerschlecken begleitet. Flávus lernte sehr schnell, sich gegen eine manchmal sehr resolute Frauenübermacht zu behaupten. Und wenn dabei die Unterwürfigkeit keinen zählbaren Erfolg hatte, entwickelte er seine ganz spezielle Rüpelhaftigkeit, die häufig durch nachdrückliches Knurren flankiert war.
Gleichzeitig wurde der kleine „Blonde“ natürlich von allen Familienmitgliedern mit vielen Streicheleinheiten bedacht und immer wieder mit besonderer Zärtlichkeit verwöhnt.
Heute kann ich mit Fug und Recht bestätigen, dass diese beiden Rahmenbedingungen ihn und seinen Charakter primär geprägt haben!
Am 30. Januar 2023, es war ein nasskalter und von Schneegestöbern durchsetzter Tag, wurde Flávus aus Hamburg-Wandsbeck abgeholt. Ich denke, irgendwie war er richtig froh, von einer reinen Hündinnenumgebung in einen absoluten Rüdenhaushalt zu wechseln. Zu Hause warteten Fietje und Flóki schon ungeduldig auf ihren neuen Spielgefährten. Mit Kooikerentchen und seinem vertrauten Welpendeckchen wurde Flávus seine Reiseausdauer auf eine harte Probe gestellt, denn durch eine anhaltendes Schneegestöber dauerte es über 4 Stunden, bis wir bei seinen neuen Spießgesellen ankamen.
Wie schon die Ankunft von Flóki seiner Zeit, war auch der Einzug von Flávus ein sehr harmonischer Prozess. Für ihn brachte das Leben mit den beiden Platzhaltern natürlich eine gewaltige Umstellung. Weg von der hin und wieder durch Mobbing geprägte Kooiker-Damendominanz hin zur einem gleichwertigen Mitglied in einem Rüdenrudel. Natürlich strahlte „Primus inter pariés“ Fietje schon eine ganz besondere Ruhe aus. Aber an sonsten legte ich sowohl bei der Erziehung, als auch beim täglichen Miteinander sehr großen Wert darauf, dass alle drei Fellnasen absolut gleich behandelt wurden und niemand bevor- oder benachteiligt wurde. Das war und ist eigentlich die Grundlage für „das Funktionieren“ meines Kooiker-Rüdenrudels!
Flávus durfte fast alle Sozialisierungs- und Erziehungselemente kennenlernen, die auch schon die beiden Älteren bekannt waren. Und so entwickelte sich Flávus zu einem wunderschönen Kooikerhondje mit seinem ganz eigenen Charkter, der weder mit dem vom Professor noch vom Akrobaten zu vergleichen war.
Flávus ist ehre das etwas zurückhaltende Rudelmitglied, dass dann nach angemessener Dauer, wenn er Vertrauen zu einer neuen Situation, neuen Gegebenheit oder ihm neuen Menschen gewonnen hatte, zum gehorsamsten und absolut verschmusten Anhängsel mutierte, dass man sich vorstellen kann.
Er entwickelte auch eine ganz besondere Art der verbalen Kommunikation. Das hört sich so ein wenig an, wie die Mischung aus dem Knurren eines in der Pubertät befindlichen jungen Rüden und das Grunzen von kleinen Ferkeln an. Diese besondere Akustik hat sich zu Flávus seinem sehr eigenwilligen Markenzeichen entwickelt. Er gibt es zu jeder passenden und auch unpassenden Gelegenheit von sich. Gerade wenn er etwas aufgeregt ist und ein Grasbüschel als seine nächste Biselstelle identifiziert, werden diese Grashalme erst einmal akustisch gebührend begrüßt.
Das Gleiche geschieht auch, wenn sich ihm eine ihm unbekannte Person zu zielstrebig nähert. Auch diese Situation wird durch sein spezielles „knurren“ unterlegt. Das führt dann in den allermeisten Fällen bei den zweibeinigen Protagonisten dazu, dass sie etwas ernüchtert innehalten oder gar zurückweichen. Erst wenn sich Flávus darüber klar geworden ist, das es sich hierbei nicht um ein Mobbing durch vermeintliche Kooikerdamen handelt, sondern eher mit der harmonischen Situation in dem Rüdenrudel vergleichbar ist, entscheidet Flávus, sich dem Neuling zu nähern und eindringlich auf Streicheleinheiten zu bestehen.
Ein echter Kuschelrocker halt!
Das bestätigt auch sein tägliches Ritual, sich bei mir zur Feierabendzeit eine ausdauernde Streicheleinheit in Verbindung mit intensiven Schmusereien einzufordern. Flávus gibt sich erst zufrieden, wenn er auf dem Rücken liegend das Gefühlt hat, dass seine Bauchregion genügend massiert worden ist! Ein wahres Kuschelmonster halt.
Eine Zeitlang, ich meine es war so ziemlich am Ende seiner Pubertät, hatte Flávus die Angewohnheit, aus Kinderwagen verlorene Utensilien aufzunehmen und sie mit nach Hause zu tragen. Und war der Weg auch noch so lang, er hat Schnuller und Co unterwegs nie ausgelassen, sondern ausnahmslos bis vor den Putzplatz getragen. Dort hat es seine „Beute“ dann gegen entsprechende Leckerli eingetauscht. Zeitweise hatte ich die Intension, einen Secondhand-Shop für Babyschnuller aufmachen zu können. Aktuell hat er wahrscheinlich alle unsere Routen von derlei Utensilien gesäubert, denn seine Fundsachen sind mittlerweile fast ausgeblieben.
Als Ausgleich dafür trägt er nun hin und wieder mehr oder mindergroße Holzstücke in Form von Stöckchen oder ausgewachsenen Stöckern als Nahrung für unseren Kamin bis vor die Haustür.
In dieser Beziehung besitzt er eine unendliche Ausdauer. Beim Lernen und bei der Ausbildung liebt er allerdings eher die kurzen und knackigen Einheiten. Hierbei ist er nicht unbedingt der große Freund von sehr langatmigen Lernabschnitten.
Flávus ist der in meinem Rudel, derjenige, der am besten und sichersten abrufbar ist. Er kann bei unseren Spaziergängen und Wanderungen am häufigsten frei laufen gelassen werden. Sein Jagdtrieb ist, im Gegensatz zu den anderen Drei, nur sehr gering ausgeprägt. Katzen, Rehe oder Hasen animieren ihn überhaupt nicht, von seinem normalen Weg abzuweichen.
Auch bei Begegnungen mit anderen Rüden ist er neben Fietje eigentlich meistens der Ruhepol und kommt auf Anweisung auch aus der Entfernung zu seinem Rudel zurück. Deshalb kann Flávus auch ohne Bedenken an Interessierte mitgegeben werden, die keinen eigenen Hund besitzen und trotzdem gern mal mit einer Fellnase spazieren gehen möchten. Er ist also ein idealer „Verleih-Hondje“, in dieser Beziehung hat er Fietje den Rang im wahrsten Sinne des Wortes eindeutig „abgelaufen“.
Flávus ist bisher einmal als Deckrüde ausgewählt worden. Das war im Februar 2024. Die Becca war zu Besuch. Beide Aspiranten hatten sofort große Sympathie füreinander, so dass es Flávus leicht gemacht wurde, seinen ganzen Charme versprühen zu können. Mit einer leichten Assistenz hat die Deckung an beiden Tagen wunderbar funktioniert. Als der Züchter seine Becca anschießend für das Administrative mit ins Haus genommen hatte, konnten die beiden nicht voneinander lassen und haben sich nochmals intensiv vergnügt. Womit Flávus seinen Ruf als Kuschelrocker wieder alle Ehre erwiesen hat.
Leider sind aus dieser Deckung keine Welpen entstanden. Becca war leer geblieben. Da auf das übliche Ultraschall verzichtet wurde, bleibt die Ursache leider im Trüben.
Flávus hat sich mittlerweile zu einem ganz besonders prächtigen Kooikerhondje-Rüden entwickelt, der mit seinem Phänotyp, seinen sanften Gesichtszügen und seiner wunderschönen Blesse ein sehr begehrter „Schwiegersohn“ sein könnte. Würde er nicht hin und wieder mal seine Rute etwas zu fröhlich in die Luft recken, wäre ein wahrer Kooikler-Adonis. Flávus ist mit seinem ausgewogenes Fressverhalten, seiner sehr stabilen Gesundheit und seinem typischen Verhaltensweisen eine tolle Ergänzung in meinem Kooiker-Rudel, sowie ein sehr angenehmer und willkommener Wegbegleiter.
Ein echter Kuschelrocker halt!
