Rassehundezucht Mustermann

Zuchtzulassung

Nun bin ich ein Kooiker-Rüde mit Zuchtzulassung

Hallo zusammen. Mein Name ist Iwano vom Torfmooersee, gerufen werde ich aber einfach „Fietje“. Am xx. Januar 2020 habe ich nun endlich meine lang ersehnte Zuchtzulassung erhalten und gehöre somit nun zu dem elitären Kreis der Kooikerrüden im DCK, die mit anderen Kooikerdamen aus diesem Verein „Hochzeiten“ feiern dürfen. Aus diesem freudigen Anlass möchte ich hier nun die Gelegenheit nutzen, mich ein wenig vorzustellen.

Ich kann Euch gar nicht sagen, wie stolz ich bin!

Geboren wurde ich im Torfmoorsee bei Angelika Bachmann in Rheine. Schon bei der Geburt hatte ich mit 330 Gramm eine sehr robuste Gestalt und absolut keine Probleme, immer ausreichende „Kapazitäten“ an den Zapfsäulen zu ergattern. Mit meinen 8 Geschwistern hatte ich eine wunderbare, lehrreiche und äußerst abwechslungsreiche Welpenzeit im Torfmoorsee.

Da sich in dem Interessentenkreis für mich und meine Geschwister auch ein Vorruheständler aus Oberbayern befand und ich nun nicht das zarteste Geschöpf im Wurf war, meinte meine Züchterin, dass wir gut zusammenpassen würden……..

Und wie recht sie hatte!!!

Mit 8 Wochen ging es dann mit einer über 12 h dauernden Autofahrt nach OBB, direkt an die österreichische Grenze. Bis auf ein paar kurze Fress- und Bieselpausen habe ich die ganze Fahrt verschlafen. Das Motorengeräusch war halt ein echtes Beruhigungselixier  und noch heute gehört das Autofahren zu meinen Top-Vergnügen!

In meinem neuen Zuhause angekommen wurde ich sofort von meinem Halbbruder Felino vom Torfmoorsee empfangen und in die häuslichen Gegebenheiten „eingewiesen“. Dass im Haus kein Bieseln und Käckeln erlaubt war, hatten Felino und Herrchen mir umgehend klar gemacht. Nach 2 Tagen hatte ich das auch schon begriffen. Dafür gab`s dann jedes Mal ein Leckerlie, wenn ich „zum Geschäft machen“ mich bemerkbar amchte und nach draußen wollte!

Drei Tage später hatte Herrchen den ersten Unterreicht in einer österreichischen, sehr professionellen Hundeschule vorgesehen. Die Stunden fanden im Dezember in einer hergerichteten und beheizten ehemaligen Fabrikhalle statt. Dass war sehr angenehm, da ich somit dabei kein kaltes Bäuchlein bekommen habe.

Ich mit meinem „großen“ Bruder

Auch hier gab es Bieselverbot. Bei Zuwiderhandlungen mussten Frau-/Herrchen Reinigungsstrafe zahlen.  Aber wegen mir brauchte Herrchen sein Taschengeld Gott sei Dank nicht vermindern.

Die Ausbildung in der Welpenschule war so was von umfangreich. Z.B. wurden wir mit Hilfe einer Lautsprecheranlage, aus der zunächst leise und dann immer lauter Geräusche wie Silvesterfeuerwerk, Martinshorn, Schüsse, Motorsäge, Presslufthammer  und …..  auf das nahe Silvester und andere Geräuschkulissen vorbereitet. Heute bin ich für alle erdenklichen Geräusche hundertprozentig „schusssicher“.

Ungefähr 2/3 der Übungen betrafen das Verhalten von Herrchen, ich brauchte dann „nur“ das in der Woche als Hausaufgaben Gelernte zu Beginn der nächsten Unterrichtsstunde vormachen.

Zum Schluss der Welpenschule gab es dann eine echte Führerscheinprüfung für mich. Die habe ich dann mit „vorzüglichem Erfolg“ bestanden

Mein erster Leckerlie-Pokal mit Welpen-Urkunde

In derselben Zeit habe ich noch viele neue Sachen und Situationen kennengelernt. Herrchen war mit mir auf einigen Bauernhöfen und im Salzburger Zoo, um möglichst viele Nichtmenschen kennen zu lernen. Zudem sind wir gemeinsam Straßenbahn, Zug, Trecker und Fahrstuhl gefahren, haben Wochen- und Weihnachtsmärkte besucht. Ich konnte auch schon Tierarztpraxen zum Leckerlie abholen von innen kennenlernen. Das war super interessant und so wunderbar abwechslungsreich, dass ich es morgens gar nicht erwarten konnte, was es heute wieder neues zu bestaunen / zu erleben gibt.

Weil mir die Welpenschule so viel Spaß gemacht hat, hatte mich Herrchen dann gleich zur Junghundeschule angemeldet. Diese Ausbildung war noch wesentlich anspruchsvoller als die Begleithundeprüfung in Deutschland. Aber auch da war ich mit Begeisterung dabei und habe wahnsinnig viel gelernt. Unter anderem habe ich gelernt, auf Entfernungen Folge wie „sitz“, „platz“ und steh“ zu leisten, einen Parcours mit und teilweise ohne Herrchen abzulaufen, sowie bei Abwesenheit von Herrchen andere Hunde an mir vorbeigehen zu lassen und ohne Begleitung durch einen „Pansenkanal“ zu gehen ohne diese leckeren Sachen zu beschnuppern.

Das limitierende Element hierbei war meistens Herrchen, um alle Bewegungen und Gesten richtig und zur Zufriedenheit des Trainers zu machen.

All das hat dazu geführt, dass ich heute einer der furchtlosesten, neugierigsten und gelassensten Kooikerhondje bin, die man sich vorstellen kann!!

Mein Tierarzt führt mich in seine Schafherde

Unter Beweis konnte ich diese Souveränität und Gelassenheit dann auch gleich mit 5 Monaten stellen, als ich die erste Ausstellung in meinem Leben in Salzburg besuchen konnte. Natürlich habe ich mich auf dem Parkplatz mit all den anderen Artgenossen erst einmal standesgemäß mit Gebell angekündigt. Aber als mich Herrchen in die Halle mit über 3000 Hunden geführt hat und wir unser „Nest“ gebaut hatten, habe ich mich mitten in den Durchgangsweg zum Relaxen abgelegt und die Dinge ganz gelassen auf mich zukommen  lassen. Die Vorführung im Ring war dann eher nicht so aufregend.

Der Lohn für alles war ein „vielversprechend“ in der Jüngstenklasse und eine Runde im Ehrenring mit Urkunde und einem riesen Pokal.

Am Abend war ich dann so was von müde und bin sofort, als wir zu Hause angekommen waren, ins Land der Kooikerträume entschwunden.

Bis heute habe ich mich dann noch auf 6 weiteren Ausstellungen in Bremen, Innsbruck, Salzburg, Bramsche und Hude mit vorwiegend vorzüglichem Erfolg präsentieren können. Da das aber nicht mit besonders viel Bewegung und Herausforderungen verbunden war, sollte dieses Engagement nicht zu meinen Favoriten werden.

Mit 10 Monaten ganz cool bei „Bremen bellt

Weil Herrchen mir aber wesentlich mehr Gelegenheit geben wollte, meinen Lieblingsbeschäftigungen wie Verhalten, Kopfarbeit und Bewegung besser gerecht zu werden, habe ich schon sehr früh mit dem Longieren, der Objektsuche und Agility in der Softvariante Bekanntschaft machen können. Das hat mir alles sehr viel Spaß gemacht und oft habe ich schon bevor Herrchen zum Auto gegangen war, hinter der Heckklappe gewartet, bis es endlich losging!

Zudem habe ich „erschreckend schnell“ viele Dinge begriffen und total richtig gemacht. Aber alles immer erst, nachdem ich mich ein paar Sekunden konzentriert hatte. Das hat mir dann sehr schnell den Spitznamen „Professor“ in den Hundeschulen eingebracht.

Heute bin ich sowohl beim Longieren, als auch beim Agiltity             der Vorzeigeteilnehmer in den entsprechenden Gruppen. Und wenn Herrchen nicht immer so lahm wäre, könnte ich beim Agi sicher ein paar mehr Meriten einsammeln!

Zusätzlich mache ich noch in unserem Hundeclub in einer ganz besonderen Gruppe von 5 bis 7 Artgenossen, dem „Zirkus Zirkus“ mit. Das ist der Clou! Hier kann ich mein ganzes Talent in Kunststücke und komplette Animationen einbringen. Damit sind wir als „Zirkusgruppe“ auch schon in der Öffentlichkeit wie Stadtfest und im Seniorenheim aufgetreten. Dort haben wir immer sehr viel Beifall und Streicheleinheiten bekommen.

Flóki und ich als Dreamteam

Im November 2017 hat uns mein Halbbruder mit seinem Frauchen verlassen und Herrchen ist wieder in seine Urheimat nach Achim bei Bremen umgezogen. Dass Felino nicht mehr zu unserem Rudel gehörte, war echt mega blöd!!

Aber der Umzug war cool. Es gab eine neue Umgebung mit vielen neuen Gerüchen, Artgenossen und Gassigeh-Strecken. Nicht mehr oberbayrische Voralpenlandschaft, sondern tolle Wanderungen in Wesermarsch, Geest, Wald und Moor waren nun an der Tagesordnung.

Das Lastenfahrrad mit meinem eigenen Rufnamen kann ich in Bremen mieten

In das neue Haus kamen noch viele Handwerker und andere zunächst fremde Leute zu Besuch. Da ich ja ein sehr aufmerksamer Kooiker bin, habe ich natürlich das Ankommen von fremden Menschen lautstark gemeldet und sie nach einem etwa 2 minütigen „Begrüßungs-Rock`n Roll“ auch sehr unbeeindruckt und gelassen machen lassen. Auch haben mich die Handwerker mit ihrer Arbeit dann überhaupt nicht mehr interessiert. Herrchen meint, dass ich mit diesem Verhalten kein typischer Vertreter von meiner Rasse wäre!?

Als dann die gröbsten Renovierungsarbeiten im Haus abgeschlossen waren, wurde es drinnen fast ein wenig zu ruhig. Da ich ja quasi „zu zweit“ aufgewachsen bin und Herrchen auch nicht mehr ausgelastet war, haben wir beide dann im Mai 2018 die Barbara Schenck in Westergellersen besucht. Da durfte ich natürlich nicht mit ins Haus. Wäre bei einem Familienrudel, bestehend aus 4 Kooikern auch sicher etwas turbulent geworden. Aber gemeinsam haben wir dann einen Spaziergang gemacht. Nach dem Barbara dann gemeint hat, ich wäre für meine 20 Monate schon recht weit in meiner sozialen Entwicklung und könnte eine Rudelzuwachs durchaus vertragen.

Und so kam es dann auch……

Am 31.August 2018 haben Herrchen, eine Trainerin aus meinem Hundeclub und ich dann den Flóki zu uns geholt. Das war vielleicht ein Erlebnis! Schon von der aller ersten Sekunde an, als ich mit ihm die ersten gemeinsamen Schritte gegangen war, habe ich gemerkt, dass dieser Wirbelwind genau das Richtige für mich ist.

Von nun an hatte ich zwei neue Gegebenheiten:

Erstens keine ruhige Minute mehr und zweitens eine tolle Aufgabe. Dem kleinen Fratz habe ich auf Grund meiner Erinnerung, wie es seiner Zeit der Felino bei mir gemacht hat, vieles beibringen können. Natürlich habe ich mich auch immer für den „kleinen Bruder“ verantwortlich gefühlt und enorm gut auf ihn aufgepasst. Da Herrchen mich dafür immer sehr gelobt hat und mir laufend für mein Engagement Belohnungen gegeben hatte, war ich auch nie eifersüchtig auf meinen Rudelzuwachs.

Obwohl ich ein „Allesfresser“ bin und mein Jammijammi immer in Windeseile verdrücke, kann ich Flóki`s Fressen ohne dass mir der Speichel aus dem Maul läuft, stehen lassen. Ich weiß ja, dass es sonst Hundemecker von Herrchen gibt. Auch über die Schlafplätze, beim gemeinsamen Ausschlecken der Joghurtbecher und mit unserem Spielzeug gibt es keine Streitereien mit meinem „kleinen Bruder“. Da ich ja der vernünftigere von uns beiden bin, gebe ich selbstverständlich in kritischen Situationen immer nach. Ist doch klar!

Die Vergrößerung meines Rudels hat rundherum super gut funktioniert. Zumindest hat Herrchen mich danach immer als „Vorzeige-Großer-Bruder“ bezeichnet.

Die ersten gemeinsamen Minuten von Flòki und mir in unserem Garten

Nichts desto trotz habe ich im Laufe der Monate auch noch viel dazu gelernt. Auf gemeinsamen Spaziergängen bin ich bei Hundebegegnungen, auch wenn der Flóki anfängt rumzupöbeln, mittlerweile äußerst gelassen. Außer natürlich, wenn ein anderer Rüpel „meinem“ Flóki etwas anhaben will. Dann schmeiße ich mich selbstverständlich in die Bresche, auch wenn wir einer Übermacht gegenüberstehen. Da zögere ich keine Sekunde und kenne keine Furcht.

Wir sind neben den tollen sportlichen Aktivitäten auch sehr viel unterwegs. Meistens ist der Kleine auch dabei. So sind wir im letzten Jahr über 5000 km „Gassi gegangen“! Mein Doc meint, dadurch habe ich eine sehr gut ausgebildete Muskulatur und ein enorm robustes Herz- Kreislauf-System erhalten. Und das coolste ist, dass ich durch die vielen körperlichen Aktivitäten fressen darf, Ende nie!!

So hat sich unser Rudel in unserer erweiterten Nachbarschaft schon einen gewissen Namen gemacht. Überall wo wir auftauchen ziehen wir mit unserer lustig und verspielten Art und unserem niedlichen Aussehen die Aufmerksamkeit auf uns.

Das schmeichelt nicht nur mich und Flóki enorm, sondern Herrchen erzählt dann auch immer voller Stolz die Geschichte des Kooikerhondje im Allgemeinen und unseren Werdegang im Speziellen in Kurzfassung.

Unterwegs gibt´s immer was Interessantes zu sehen

Und da ich anscheinend so viele positive Charakterzüge, Fähigkeiten und Eigenschaften habe, ist nicht nur Herrchen der Meinung, dass ich diese durchaus im DCK weiter geben sollte. Da ich die notwendigen Ausstellungserfolge ja quasi schon in der Tasche hatte, habe ich die notwendigen Gesundheitsuntersuchungen in den letzten Monaten stoisch über mich ergehen lassen. Auch das Modellstehen für die drei Fotos habe ich kürzlich erfolgreich hinter mich gebracht.

Jetzt ist meine Zuchtzulassung eingetroffen und ich bin gespannt, was diese Qualifikation in der Zukunft an neuen Erfahrungen für mich bereithält.

Euer Fietje mit besonderen Grüßen
an die Kooiker-Damenwelt